Trinkwasserenthärtung

Umfrage zur Trinkwasserenthärtung

Wir alle profitieren von den gesunden Mineralien in unserem Trinkwasser, aber leiden auch unter der ständigen Verkalkung in Installationen und Haushaltsgeräten. Es stellt sich die Frage, ob die Stadtwerke das geförderte Trinkwasser an zentraler Stelle enthärten sollen, so daß Sie nicht mehr so kalkhaltiges Wasser aus der Leitung bekommen. Andere Wasserversorger, auch in Baden-Württemberg, haben damit schon langjährige gute Erfahrungen gemacht. Und dennoch: Das Verfahren hat naturgemäß Vor- und Nachteile.

 

Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hat sich am 10.10.2013 dafür entschieden, vor einer weitergehenden Entscheidung über die zentrale Trinkwasserenthärtung zunächst ein Meinungsbild aus der Bevölkerung einzuholen. Die Bürgerumfrage bestand aus zwei Teilen:

  1. einer allgemeinen Info zu unserer Grundwasserfassung, zu unseren Versorgungsgebieten, zu den rechtlichen Anforderungen gemäß Trinkwasserverordnung und DIN 2000, zu den Vor- und Nachteilen von "hartem" und "weichem" Wasser sowie den in Betracht kommenden Enthärtungsverfahren
  2. einem Fragebogen zur Beurteilung der Ist-Situation und der "Kann"-Situation.

Die Bürgerumfrage wurde im Frühjahr 2014 über das Stadtjournal an alle Haushalte und Betriebe in Bad Saulgau verteilt. Wir erhielten einen Rücklauf von 12,6 %.

In der Gemeinderatssitzung vom 08.05.2014 wurden die Ergebnisse vorgestellt und das weitere Vorgehen beschlossen:

Ergebniskurzfassung:

Ca. ¼ (24%) der insgesamt zurück gegangenen Fragebögen geben an, dass in ihrem Haushalt bereits eine dezentrale Enthärtungsanlage installiert ist.

9% der Bürgerantworten lauten, dass sie in naher Zukunft beabsichtigen, eine dezentrale Enthärtungsanlage zu installieren.

Dies würde bedeuten, dass exakt 1/3 (33%) der Haushalte eine dezentrale Enthärtungsanlage betreiben würden. Dies zeigt den bereits jetzt bestehenden großen Wunsch nach weichem Wasser. Diese Entwicklung wird sich absehbar weiter fortsetzen.

Zu erwähnen ist noch, dass ca. 15 % zur vorgenannten Frage keine Angaben machen, d.h. aus diesem "unentschlossenen Bürgerkreis" könnten durchaus in naher Zukunft weitere Befürwortungen für eine eigene dezentrale Enthärtungsanlage entstehen.

Bei der wesentlichen Frage nach der Bereitschaft zur Zahlung eines höheren Trinkwasserpreises (40 Cent pro Kubikmeter) geben ca. 2/3 der erhaltenen Bürgermeinungen an, dass Sie bereit wären, diesen erhöhten Preis für weiches Wasser zu bezahlen.

Die Mehrzahl der Hausverwaltungen mit einem Wohnungsbestand von mehr als 500 Wohnungen haben sich für eine zentrale Enthärtung ausgesprochen.

Weiterer Verfahrensweg

Der Gemeinderat beschloss, ingenieurtechnische Planungsleistungen zu beauftragen und damit weitere Planungsgrundlagen und Kostenberechnungen für das weitere Verfahren zu haben.

Folgende Hauptziele werden damit verfolgt:

  1. Verifizierung der Verfahren
  2. Verifizierung der Versorgungssituation
  3. Verifizierung des „Nitrat-Behandlungsthemas“ und der daraus resultierenden Verfahrenstechnik
  4. Verifizierung der Kosten, Erhalt belastbarer Investkosten auf der Grundlage einer Kostenberechnung!
  5. Verifizierung der Betriebskosten bzw. der resultierenden Mehrkosten pro m³
  6. Planerische Darstellung der verifizierten Verfahren (mind. 2 Varianten) nach
    a) Ingenieurbau – Bauwerke
    b) Technische Ausrüstung – Anlagenbau
    c) Verfahrensschema
  7. Prüfung, Abstimmung der Einleitung, Entsorgung des Eluates, ggf. von Reststoffen aus der Wasseraufbereitungsanlage mit den Fachbehörden.
  8. Zusammenfassende, finale Bewertung und Begründung der Ergebnisse incl. Auswahl eines auf die Bad Saulgauer Verhältnisse abgestimmten Verfahrens zur zentralen Enthärtung von Trinkwasser
  9. Verbindliche rechtliche Prüfung der gebührenrechtlichen Grundlagen und ggf. Erarbeitung der technisch erforderlichen Bewertung der anteiligen Versorgungsnetze

Diese Untersuchungen werden derzeit durchgeführt. Mit einem verbindlichen Beschluß des Gemeinderates ist nicht vor Herbst 2015 zu rechnen.

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