Liebes Publikum, liebe Abonnentinnen und Abonnenten,
noch zwei Vorstellungen und die aktuelle Theatersaison wird hinter uns liegen. Doch bevor Ihnen mit großer Lust und Freude den Spielplan 2026/2027 präsentieren, freue ich mich, Sie auf die beiden noch anstehenden Vorstellungen aufmerksam zu machen.
So bringen wir im Mai noch zwei hochkarätige Theaterproduktionen nach Bad Saulgau, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während am Samstag, 2. Mai 2026 um 19.30 Uhr mit „Kalter weißer Mann“ des Schlosstheaters Neuwied eine spritzige und hochaktuelle Komödie von Dietmar Jacobs und Moritz über die Tücken der modernen Arbeitswelt, das Gendern und soziale Umgangsnormen zur Hochform auflaufen wird, entführt die Produktion „Alan – Mensch Maschine“ der Münchner Kulturbühne Spagat am Samstag, den 23. Mai um 19.30 Uhr in eine faszinierende, installative Klang- und Lichtwelt, die das Leben des britischen Mathematikers und IT-Visionärs Alan Turing (1912- 1954) würdigt. Das Stück ist besonders auch für junges Publikum geeignet.
Tickets für alle Vorstellungen sind unter Reservix.de sowie an der Tourist-Information am Marktplatz oder an der Infotheke im Rathaus erhältlich.
Erinnern wir uns an Oscar Wilde: Ich liebe es, Theater zu spielen. Es ist so viel realistischer als das Leben.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Vergnügen.
Mit meinen herzlichsten Grüßen
Ihre
Alexandra Karabelas
Samstag, 23. Mai 2026, 19.30 Uhr, Stadtforum
Alan – Mensch Maschine
Ein installatives Theaterspektakel für die ganze Familie
Kulturbühne Spagat, München
„Ein fabelhaftes Theaterwunderwerk“.
Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung
Mit einer aufwendigen Musik- und Klanginstallation erzählt Alan – Mensch Maschine die tragische Geschichte eines Genies: Alan Turing. Dem britischen KI-Visionär und ITIkone gelang es mittels einer eigens entwickelten Maschine, verschlüsselte Funksprüche der deutschen »Enigma« zu decodieren. Doch seine Errungenschaften wurden unter Verschluss gehalten, 1952 kam Turing wegen seiner Homosexualität vor Gericht. Erst posthum wurde mit der wichtigsten Auszeichnung der Informatik geehrt. Für das Theaterstück kreierte das Portmanteau Duo eigens eine Musikmaschine, die gleichzeitig den Soundtrack stellt, als Dialogpartner an der Handlung teilnimmt und als Bühnenbild und Installation den Hintergrund für Turings Leben bildet. Die Installation besteht aus 20 baugleichen Schäfer-Sortierkästen aus den 70er Jahren, in die 5 Klang- und 3 Licht-Aktuatoren eingebaut wurden. Eingerahmt wird jede einzelne der 20 Kisten von LED-Leuchten, die über eine eigens geschriebene Software zum Leben erweckt werden können. Im Verbund von Musik, Klang- und Lichtinstallation entsteht ein mächtiger Wirkungsraum, vor dem das Leben Alan Turings erzählt wird.
Freitag, 22. Mai 2026, 11 Uhr, Stadtforum
Löwenherzen
Kindertheater für die ganze Familie zu Weihnachten
(für Kinder ab 8 Jahren)
Landestheater Tübingen. LÖWENHERZEN.
Scharfsinnig und mit hoher Emotionalität erzählt "Löwenherzen" von Kindern, die allen Widrigkeiten zum Trotz Mut beweisen und für sich und andere einstehen. Nino Haratischwili gelingt ein Kaleidoskop unterschiedlicher Schicksale, mit dem sie bewegend vor Augen führt, wie alles in der Welt miteinander verbunden ist.
Zur Handlung: Vom achtjährigen Anand in einer Fabrik genäht, hat der Löwe mit dem schiefen Auge einen wichtigen Auftrag: Er soll Gott einen Brief überbringen. Für den Löwen beginnt eine Reise voller schicksalhafter Begegnungen.
Für Abonnenten zu besonders günstigen Preisen (30 % Ermäßigung auf Einzelpreise) zusätzlich im Freiverkauf zu Weihnachten für die ganze Familie
Das neue ABO JUNG FÜR JUGENDLICHE, JUNGE ERWACHSENE UND NEUEINSTEIGER*INNEN bis 35 Jahre umfasst vier Aufführungen, kostet zwischen 32,50 € und 40 € und umfasst folgende Stücke plus ein Stück nach Wahl aus dem Programm 2025/26:
Nach heftigen kommunalpolitischen Diskussionen im Vorfeld und erheblichen Schwierigkeiten, die einen mehrjährigen Baustopp beinhalteten, wurde am 21. November 1959, die neue Saulgauer Stadthalle in der Schützenstraße eröffnet. Zunächst für den Sportbetrieb, im Jahr darauf dann auch für das Theater, das bis dahin seine Heimat im alten Festsaal hatte. Dort hatte die Geschäftsführung der „Fähre“ schon 1950 begonnen, unter erschwerten Bedingungen – im Winter war der Saal kaum beheizt, die Garderoben der Schaupeiler waren im Kohlenkeller – einen anspruchsvollen Theaterbetrieb aufzubauen, der mit der neuen Stadthalle bald auf ganz Oberschwaben ausstrahlen sollte.
„Das Theater ist für uns geistig das Gleiche, was Straßen und Eisenbahnen für unsere Wirtschaft darstellen, nämlich Anschluss an die Welt.“ Mit diesen Worten aus dem Spielplan von 1961/62 wird kühn vorweggenommen, was 60 Jahre Theater in der Stadthalle im Rückblick nur bestätigen: Durch die neue Stadthalle hat das kulturelle Leben Saulgaus einen solch ungeheuren Aufschwung genommen, dass die Stadt tatsächlich auf ein Mal die große Welt zu Gast in ihren Mauern hatte. Mit Gastspielen des Burgtheaters Wien, des Renaissance-Theaters Berlin oder des Theaters in der Josefstadt Wien kamen erstklassige Bühnen in die oberschwäbische Provinz und mit ihnen eine Schauspielerriege, die heute nur noch in den Metropolen zu sehen wäre: Josef Meinrad, Helmut Qualtinger, Attila Hörbiger, Elisabeth Flickenschildt, Mario Adorf, Götz George, Liselotte Pulver, Bernhard Minetti, Maria Schell und viele andere spielten hier unter so berühmten Regisseuren wie Otto Schenk, Hans Günter Heyme oder August Everding. Das war nach dem kulturellen Kahlschlag im Nationalsozialismus und den kargen 1950er Jahren in der Tat ein „Anschluss an die Welt“, wie es die Verantwortlichen damals wohl selbst kaum für möglich gehalten hatten.
Angefangen hatte es am 11. März 1960 mit einer Aufführung von Carl Maria von Webers „Freischütz“, zu der sogar Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger anreiste. Schon Wochen vorher war die Stadthalle mit ihren 1000 Plätzen völlig ausverkauft, und „in den Friseurgeschäften und bei den Schneiderinnen herrschte vorfestlicher Hochbetrieb.“ Mit Bravour hat die neue Stadthalle mit modernster Technik, versenkbarem Orchestergraben und ausfahrbarer Bestuhlung ihre Feuerprobe bestanden. Sie stieß landauf, landab auf ein solches Interesse, dass anschließend Heerscharen von Delegationen aus Städten bis hin nach Bruchsal, Leonberg, Mannheim und Offenbach die Halle besichtigten.
Nachdem im August dann das „Fest der guten Laune“ mit Bill Ramsey und Robert Blanco gefeiert war, wurde eine Theatergemeinde gegründet, die bald auf ein überwältigendes Interesse stieß: Mit 640 Abonnenten und 130 Schülerabos ging es in die Saison 1962/63. Zwei Jahre später waren die Abonnements schon so gefragt, dass es gerade noch 45 Plätze im Freien Verkauf gab, und 1968/69 waren gar alle 1005 Plätze mit Abonnenten belegt. Nicht selten hatte eine Theatersaison damals bis zu 14 Aufführungen, teilweise mit nur einer Woche Abstand – heute kaum mehr vorstellbar. In einer Zeit, in der das Fernsehen gerade erst laufen lernte und kaum kommerzielle oder sonstige kulturelle Angebote lockten, als ganze Schulklassen noch geschlossen ein Abonnement hatten, war das Theater die Attraktion schlechthin nicht nur für das Saulgauer Bildungsbürgertum!
Spitzenreiter der gespielten Autoren ist William Shakespeare, von dem sage und schreibe 24 Stücke aufgeführt wurden. Deutlich abgeschlagen folgen Brecht und Schiller (je 14), Molière (11) sowie Dürrenmatt, Frisch und Nestroy (je 10). Immerhin: In der Summe haben die Modernen Klassiker einen erheblichen Anteil am Spielplan ausgemacht, der in seiner Modernität bei dem teilweise konservativen Publikum durchaus auch anzuecken wusste.
Für George Gershwins Musical „Porgy & Bess“ warb man 1970 – damals noch politisch korrekt – mit „Negersolisten, Chor und Ballett“, und in den Jahren darauf schauten schon einmal Costa Cordalis, Reinhard Mey, Luis Trenker oder Bibi Johns in der Stadthalle vorbei: Auch das Ausdruck des „Anschlusses an die Welt!“
Über 650 Theateraufführungen sind in den 60 Jahren seit ihrer Eröffnung über die Bühne der Stadthalle gegangen, dazu unzählige weitere Veranstaltungen. Abgesehen von einzelnen kleinen Veränderungen, etwa einer vergrößerten Hinterbühne, neuer Bestuhlung oder dem später angebauten Foyer, ist sie in ihrer Grundstruktur nahezu unverändert: Ausweis einer weitsichtigen, funktionalen Planung, mit der die Stadt den Grundstein legte für ein bis heute florierendes Kulturleben. Und auch wenn das Theater heute nicht mehr den Stellenwert hat wie in den 1960er Jahren und heftiger Konkurrenz durch Fernsehen, Internet, Kino, Comedy und sonstiger Event-Kultur ausgesetzt ist, gilt nach wie vor, was das Programmheft 1962 postuliert: Theater ist nicht nur sinnlich-ästhetisch-emotionales Erlebnis, sondern auch mentales Vergnügen, das den Horizont weitet. Bewegender, anregender und unterhaltsamer kann der „Anschluss an die Welt“ bis heute nicht sein!
Informationen zu allen Veranstaltungen sowie Abonnements erhalten Sie beim städtischen Kulturamt.
Abonenntinnen und Abonennten erhalten in Zukunft einen Tag vor der Vorstellung per Email die Information ob es eine Pause gibt. Zudem gibt es jeweils 15 Minuten vor der Aufführung für Interessierte im Obergeschoss eine Stückeinführung.
Die Einzelpreise liegen für Erwachsene zwischen 22 und 28 Euro bei Abonnementsaufführungen, für Schülerinnen und Schüler zwischen 10 und 14 €; bei Sondergastspielen je nach Aufführung. Schulklassen erhalten weitere Vergünstigungen.
Tickets im Vorverkauf sind erhältlich
im Bürgerbüro der Stadt Bad Saulgau
bei der Tourist-Information am Marktplatz
sowie online unter www.reservix.de
Kaiserstraße 2
88348 Bad Saulgau
07581 207-160
E-Mail
Montag
08:00 - 12:15 Uhr
Dienstag
08:00 - 12:15 Uhr
14:00 - 17:00 Uhr
Mittwoch
08:00 - 12:15 Uhr
Donnerstag
08:00 - 12:15 Uhr
14:00 - 17:00 Uhr
Freitag
08:00 - 12:15 Uhr
Noch mehr Sprechzeiten bietet das städtische Bürgerbüro an.
Stadtverwaltung Bad Saulgau
Oberamteistraße 11
88348 Bad Saulgau
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